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Übersicht

Originale

Übersicht der Originale

Lokomotiven

Die große Zahl der Lokomotiven in unserer Sammlung vertritt an erster Stelle die Werkbahn-Akkulok der früheren van Heyden-Chemie in Schwabelweis, deren Restaurierung kurz vor der Fertigstellung steht. Sie wird bald in neuem Glanz erstrahlen.

Diese einzigartige Vertreterin der Oberpfälzer Werkbahn-Lokomotiven ist gleichzeitig die einzige erhaltene Lok des Herstellers Gottwalt Müller, Berlin. Die urige Akku-Lok mit der Betriebsnummer 01 wurde 1940 von der o.g. Maschinenfabrik in Berlin-Oberschöneweide hergestellt und noch im Mai dieses Jahres an den Besteller, die Süddeutsche Holzverzuckerungs AG in Schwabelweis geliefert.

Hier dürfte die Lok vor allem mit den eingehenden Holztransporten beschäftigt gewesen sein. Dagegen hatte sie es in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg bei den nachfolgenden Chemiebetrieben Van Heyden und Sqibb, Bristol-Myers-Sqibb und DSM Fine Chemicals vor allem mit Kesselwagen zu tun.

Von Vorteil dürfte für die kleine Lok vor allem ihr kurzer Radstand von 1.500 mm gewesen sein, da die Gleisanlagen auf dem Firmengelände extrem enge Radien bis hin zur sog. „Deutschland-Kurve“ aufweisen.



Nach dieser Akku-Lok nun zu einer Diesel-Lok vom Typ KS 55 B, hergestellt bei KHD in Köln. Die Maschine wurde 1966 an die Bayerische Schrott AG in München ausgeliefert und war dort ganz offensichtlich bis 1973 im Einsatz.

Sie wurde danach an die Niederlassung im oberpfälzischen Maxhütte-Haidhof abgegeben und war hier vermutlich bis 1983 vor den mit Schrott beladenen Wagen im Einsatz.

Nach Angaben des letzten Eigentümers der Schrottverwertungsfirma Thyssen-Dück wurde die kleine Lok schliesslich abgestellt, da sie für die Steigung im Gleisanschluss der Firma zu leistungsschwach und auch das Bremsvermögen der Lok eher ungenügend war.




Die dritte Lok im Bunde, die stellvertretend für unsere anderen Lokomotiven stehen soll, ist eine Maschine der Bauart Köf II, die wohl am weitesten verbreitete Werkbahn-Lokbauart im deutschsprachigen Raum überhaupt. Diese Bauart wurde zu Beginn der 30er Jahre für den Einsatz bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft entwickelt, wo sie auf kleineren Bahnhöfen und in Bahnbetriebswerken den Rangierdienst übernehmen sollte.




Hintergrund für diese Entscheidung der Staatsbahn war schon damals die Kosteneinsparung, die im Vergleich zur Dampflok zweifellos gegeben war. So entwickelte die Industrie die sogenannten Einheits-Kleinlokomotiven der Leistungsgruppe II und baute im Laufe der Zeit mit Ansteigen der Anforderungen immer stärkere Verbrennungsmotoren mit Leistungen von 50 bis 128 PS in die Maschinen ein.

Durch die Vielzahl an Herstellerfirmen, die am Bau mitwirkten, aber auch durch die Experimentierfreudigkeit der Bahnverwaltungen gab es neben Unterschieden bei der Motorenbauart, auch verschiedene Varianten der Kraftübertragung sowohl mechanischer, elektrischer als auch hydraulischer Art.

Die Wirtschaftlichkeit dieser kleinen Maschinen war natürlich auch den Industriebetrieben mit eigenem Werkbahnbetrieb nicht entgangen. Und recht rasch begannen gerade diejenigen mit einem kleineren Werkbahnbetrieb ebenfalls mit der Beschaffung solcher Loks.

Unsere Maschine wurde von der Regensburger Firma Andre Büchl Kalk- und Portlandzementwerk GmbH direkt bei KHD in Köln beschafft und wickelt im Werk an der Harthofer Straße über viele Jahre zur vollsten Zufriedenheit ab. Sie war dort im Verschub der mit Kalk und Zement beladenen Wagen beschäftigt und erst als auch hier die anfallenden Transporte größere Leistungen erforderten, wurde sie durch stärkere und vor allem luftgebremste Loks ersetzt.


Waggons

Stellvertretend für die Waggons in der Sammlung sehen Sie hier im linken Bild den Wagenkasten eines Personenwagens der schmalspurigen Walhallabahn (Spurweite 1.000mm).

Die Regensburger Eisenbahnfreunde RSWE e.V. konnten diesen Wagenkasten Mitte Februar 2002 übernehmen. Die Reste des Wagens - es fehlen Fahrwerk und Achsen - standen seit Anfang der sechziger Jahre in einer Regensburger Kleingartenanlage und gehören zum Wagen KC 027 (ursprünglich CL 27), einem Fahrzeug aus der letzten Lieferung von MAN aus dem Jahre 1912.




Er wurde am 01. März 2002 durch Helfer des THW Regensburg in einer aufwendigen Aktion geborgen und per Tieflader hierher zum Vereinsgelände im Regensburger Hafen transportiert. Hier soll der Wagenkasten, der sich in erstaunlich gutem Zustand befindet, langfristig restauriert werden, um der interessierten Öffentlichkeit die Art des Reisens auf dieser interessanten Schmalspurbahn anschaulich darstellen zu können.

Neben diesem Fahrzeug umfasst die Sammlung auch einen Wagen-Kasten eines Bayerischen Lokalbahnwagens ebenfalls eine absolute Rarität, da dieser Wagen ein sogenanntes Verschubabteil zum Gefangenentransport aufweist sowie eine ganze Reihe von typischen Staatsbahn-, aber auch Werkbahn-Güterwagen.

Darunter, neben historischen Wagen, wie einem G 02 oder einem G 10, zum Beispiel auch ein Kesselwagen der Südzucker AG, der ausschließlich für den Melasse-Transport dieses Unternehmens eingesetzt wurde oder als Beispiel für die Oberpfälzer Stahlindustrie ein Kokswaggon der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg.



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